Bundeskanzlerin informiert sich über Brennstoffzellenbus

Messe

Ursus-Bus mit Range Extender: Linienbus mit ZAwheel Radnabenmotor fährt 450 km elektrisch

Vorstandschef Peter Fenkl (Ziehl-Abegg) hat die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und die polnische Premierministerin Beata Szydło auf der Hannover Messe über einen neuartigen Brennstoffzellenbus informiert. Anlass ist die deutsch-polnische Kooperation zwischen Ziehl-Abegg und Ursus (Polen). Der Elektrobus fährt 450 Kilometer ohne Zwischenladen, ein Tankvorgang dauert nur 8 Minuten. „Linienbusse können ihre Reichweite verdoppeln, obwohl die Batteriepakete kleiner als bisher sind“, erklärte Fenkl. Der weltweit unerreichte Wirkungsgrad von gut 90 Prozent ist durch die Radnabenmotoren von Ziehl-Abegg möglich.

Elektromobilität im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ist in vielen Städten bereits festgeschrieben. Doch die bisher mögliche Reichweite elektrischer Busse wird oft als zu gering empfunden, die Ladezeit als zu lange wahrgenommen. Diese Hemmnisse bei der Markteinführung von vollelektrischen Fahrzeugen wird etwa mit Range-Extendern (Reichweitenverlängerer) begegnet. Dieselaggregate zum Aufladen der Batterien sind günstig, doch widersprechen dem nachhaltigen Konzept vieler Kommunen und Betreiber.

Der Range-Extender in Form einer Brennstoffzelle erzeugt während der Fahrt Strom aus einem rasch nachtankbaren Brennstoff. Zudem kann anfallende Abwärme zur Fahrzeugbeheizung genutzt werden. Brennstoffzellen verursachen keine lokalen Emissionen, sind extrem geräuscharm und bei Verwendung von „grünem“ Wasserstoff CO2-frei. Mit Range-Extender fahren die neuen Linienbusse von Ursus und HyMove rund 450 Kilometer. Möglich ist dies auch, weil der Elektromotor ZAwheel direkt in der Radnabe sitzt. Dadurch sind „Energieschlucker“ wie Getriebe und Differential überflüssig – der Wirkungsgrad des Antriebs liegt bei gut 90 Prozent. Dieser bislang unerreichte Wirkungsgrad macht sich auch beim Bremsen positiv bemerkbar, wenn das ZAwheel die Batterien wieder auflädt (Rekuperation).

Zeitersparnis mit Brennstoffzelle: Volltanken in acht Minuten

Der Vorteil einer Brennstoffzelle ist auch die Zeitersparnis. Denn ein Tankvorgang dauert gerade einmal acht Minuten. Damit fahren die Elektrobusse in einer Klasse mit konventionellen Dieselfahrzeugen, was Reichweite und Nachtankzeit betrifft – allerdings sehr umweltfreundlich und leise.

Der Elektrobus von Ursus „City Smile” ist zwölf Meter lang. Er bietet 29 Sitzplätze und 47 Stehplätze. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 85 km/h. Der Verbrauch liegt bei 6,8 Kilogramm Wasserstoff pro 100 Kilometer. Die Radnabenantriebe haben eine maximale Leistung von 364 kW

Die Brennstoffzelle im Bus besteht aus zwei Modulen (je 30 kW), die vollständig redundant sind. Die maximale Leistung sind 60 kW. Der Wasserstofftank hat in jedem Bus eine Kapazität von 30 Kilogramm bei 350 bar.