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Nachwuchs von Ziehl-Abegg zeigt pfiffige Servicelösung bei „jugend forscht“
Nikolas Grill (18 Jahre) und Robin Kubat (19 Jahre) absolvieren derzeit bei dem Elektromotorenspezialisten Ziehl-Abegg eine Ausbildung zum Mechatroniker. Beim Regionalwettbewerb „jugend forscht“ auf dem Campus der Reinhold-Würth-Hochschule in Künzelsau waren die beiden Auszubildenden im Dauereinsatz, um dem interessierten Publikum ihren Wettbewerbsbeitrag zu präsentieren.

Die Nachwuchsmechatroniker feilten drei Monate an einer Einrichtung, die den Zeitaufwand und die Kraftanstrengung beim Service von Elektromotoren stark reduziert. „Unser Wettbewerbsbeitrag ist eine Weiterentwicklung eines früheren Projekts“, erklärt Nikolas Grill. Vor einem Jahr hatten sich zwei Azubis von Ziehl-Abegg beim Regionalwettbewerb von „jugend forscht“ in der Sparte Arbeitswelt gut platziert. Während allerdings die Jungforscher damals auf eine pneumatische Lösung für ihre Vorrichtung beim Service von Elektromotoren bauten, verfolgten Nikolas Grill und Robin Kubat nun einen anderen Ansatz. „Wir wollten nur noch einen Akku als Energiequelle nutzen, um den Rotor und Stator zu trennen“, sagt Robin Kubat.

Dem Freizeitfußballer war es wichtig, ohne großen Kraftaufwand an das Innenleben eines Elektromotors heranzukommen. „Beim Kugellager im Elektromotor kommt es früher oder später zu Verschleißerscheinungen. Die Verschleißteile müssen dann vom Servicetechniker ausgetauscht werden“, erklärt Robin Kubat.

Zusammen mit seinem Forscherkollegen Nikolas Grill stand er wochenlang in der Lehrwerkstatt, um die Idee einer kraft- und zeitsparenden Vorrichtung umzusetzen. „Nikolas und ich haben viel Zeit an der Drehmaschine und der Fräsmaschine verbracht“, betont Robin Kubat. Am Ende stand eine Vorrichtung, die größtenteils aus Aluminiumteilen besteht und an der Seite zwei Spezial-Griffe aufweist. In der Mitte der Vorrichtung ist die Gewindestange positioniert, die nach oben und unten fahren kann. „Die Spindel fährt nach unten und trennt dann mit Druck den Stator vom Rotor“, so Robin Kubat über das effektive Funktionsprinzip der Vorrichtung.

Lob für die mechanische Konstruktion gibt es für Nikolas Grill und Robin Kubat auch von Ausbilder Joachim Deißler, der die beiden Auszubildenden für eine Teilnahme am Regionalwettbewerb „jugend forscht“ gewinnen konnte. „Mich hat es gefreut, dass sie in der Lehrwerkstatt hartnäckig am Ball geblieben sind. Der Regionalwettbewerb ist eine gute Möglichkeit, sich und seine Arbeit extern in der Öffentlichkeit zu präsentieren“, bekräftigt der Ausbilder.

Ihren Ausbilder haben Nikolas Grill und Robin Kubat mit ihrer Spezial-Vorrichtung auf alle Fälle überzeugt. „Die Jungs bekommen auch nach dem Regionalwettbewerb noch Zeit, um die Vorrichtung weiter zu verfeinern. Das ist ein sinnvolles Tool, das unseren Servicetechnikern die Arbeit erleichtern könnte“, stellt Joachim Deißler klar. „Wir bleiben dran. Wir wollen das Gewicht der Vorrichtung noch ein bisschen drücken, aber wir sind da optimistisch“, verspricht Robin Kubat. 

Über ZIEHL-ABEGG
Ziehl-Abegg (Künzelsau, Baden-Württemberg, Deutschland) gehört zu den international führenden Unternehmen im Bereich der Luft-, Regel und Antriebstechnik. Beispiele für Einsatzgebiete der Produkte sind Wärme- und Kälteanlagen oder Reinraum- und Agraranlagen. Ziehl-Abegg hat schon in den fünfziger Jahren die Basis für moderne Ventilatorenantriebe gesetzt: Außenläufermotoren, die noch heute weltweit Stand der Technik sind. Ein weiterer Bereich sind elektrische Motoren, die beispielsweise in Aufzügen, medizinischen Anwendungen (Computertomographen) oder Tiefsee-Unterwasserfahrzeugen für Antrieb sorgen. Das Thema Elektromobilität im Straßenverkehr wurde 2012 bei Ziehl-Abegg Automotive angesiedelt. 

Das High-Tech-Unternehmen besticht durch eine hohe Innovationskraft. Ziehl-Abegg beschäftigt 2.250 Mitarbeiter in süddeutschen Produktionswerken. Weltweit arbeiten für das Unternehmen 4.100 Mitarbeiter. Diese verteilen sich global auf 16 Produktionswerke, 29 Gesellschaften und 111 Vertriebsstandorte. Die rund 30.000 Artikel werden in mehr als 100 Ländern verkauft. Der Umsatz lag 2018 bei 584 Mio. Euro. Dreiviertel der Umsätze werden im Export erzielt.

Emil Ziehl hat die Firma 1910 in Berlin als Hersteller von Elektromotoren gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Firmensitz nach Süddeutschland verlegt. Die Ziehl-Abegg SE ist nicht börsennotiert und befindet sich in Familienbesitz.

Weitere Informationen auf www.ziehl-abegg.de