Wer ein altes Gebäude besitzt, will oft nichts Grundlegendes an Klima- oder Lüftungsanlage verändern, weil dies vermeintlich weitreichende Veränderungen am Bauwerk mit sich bringen würde; von der Situation in einem denkmalgeschützten Gebäude ganz zu schweigen. Schlitze klopfen, Rohre verlegen und vieles mehr – das ist meistens gar nicht nötig. Vorhandene Systeme können weitgehend übernommen werden. Alles andere würde auch in keinem guten Verhältnis zu den möglichen Energieeinsparungen stehen.
Allerdings muss ermittelt werden, was überhaupt die Anforderungsgrundlage ist. Veränderte Mitarbeiterzahlen oder ein modifizierter Maschinenpark wirken direkt auf die Anforderungen. Ebenso zusätzlich installierte Solaranlagen oder Wärmepumpen.
Grundsätzlich muss die komplette Anlage betrachtet und neu berechnet werden. Dank der heute viel präziseren Berechnungs- und Simulationsmethoden können die Gebäudesituation und die Anforderungen an die Klima- oder Lüftungsanlage sehr exakt aufeinander abgestimmt werden. Durch die verbesserte Technologie von Elektromotoren und Ventilatoren reduziert sich der Raumbedarf für diese Bauteile deutlich.
Mit den aktuellen Daten bestimmen Experten die idealen Komponenten: Elektromotoren, Regelgeräte und Ventilatoren der neuesten Generation. Dabei gibt es nicht die einzige ideale Kombination. Der Gebäudebesitzer bekommt eine vergleichende Amortisationsrechnung; mit mehreren Varianten von Bauteilen, die zu seinem Energiesparplan passen.
Großteil der Altanlage bleibt unverändert
Meist kann ein Großteil der alten Anlage unverändert bleiben. Elektromotoren, Regelgeräte und Ventilatoren stehen im Fokus der Betrachtung und werden auf jeden Fall durch effizientere Neugeräte ersetzt. Da Großventilatoren oft umständlich in bestehende Gebäude einzubauen sind, geht der Trend zu kleineren Einheiten. Die aber im Verbund zusammen arbeiten. Das bringt auch den Vorteil mit sich, dass Einzelkomponenten im laufenden Betrieb problemlos zu warten oder zu ersetzen sind. Ziehl-Abegg hat dafür das modulare Ventilatorsystem ZAcube entwickelt: mehrere würfelförmige Elemente werden wie ein Baukastensystem auf- und nebeneinander gesetzt; Integriert sind in jedem Würfel aerodynamisch optimierte Ventilatoren und energiesparende EC-Motoren.
Halbleiterhersteller spart 27 Prozent Energie
Ein Rechenbeispiel aus der Praxis: Die Zuluft-Anlage (ca.155.000 m³/h) eines Herstellers in der Halbleiterindustrie war in die Jahre gekommen. Im Rahmen einer energetischen Sanierungsmaßnahme wurden drei Axial-Mitteldruckventilatoren durch ein Multiple-Fan-Arrangement modernisiert. Die Folge: Der Energiebedarf reduzierte sich um 27 Prozent. Da die 27 neuen Einzelventilatoren den Luftstrom gleichmäßiger als die drei alten Großventilatoren verteilen, wirkt sich dies positiv auf die Standzeiten der Filter aus.
Lärm macht krank – und die Menschen reagieren immer sensibler auf unnötige Geräusche. Daher wird bei Sanierungen auch die Geräuschentwicklung betrachtet. Die Zuluft-Anlage des Halbleiterherstellers etwa hat vor der Sanierung ein Geräusch erzeugt, das dem einer Benzin-Kettensäge in einem Meter Abstand entspricht – nach der Sanierung dem Geräusch eines Dieselmotors in zehn Metern Abstand.
Tabelle
| Vor der Sanierung | Nach der Sanierung |
Leistungsaufnahme | 38,5 kW | 28,08 kW |
Schallleistungspegel | 109 dB (A) | 88 dB(A) |
Nennvolumenstrom von 153.600 m³/h | ||
Unabhängig von der positiven wirtschaftlichen Betrachtung muss die Sanierung von Lüftungs- oder Klimaanlagen auch unter dem generellen Umweltaspekt gesehen werden. Energie ist endlich und sollte im Interesse der nachkommenden Generationen nicht verschwendet werden.
Über Ziehl-Abegg
Ziehl-Abegg (Künzelsau, Baden-Württemberg, Deutschland) gehört zu den international führenden Unternehmen im Bereich der Luft-, Regel und Antriebstechnik. Beispiele für Einsatzgebiete der Produkte sind Wärme- und Kälteanlagen oder Reinraum- und Agraranlagen. Ziehl-Abegg hat schon in den fünfziger Jahren die Basis für moderne Ventilatorenantriebe gesetzt: Außenläufermotoren, die noch heute weltweit Stand der Technik sind. Ein weiterer Bereich sind elektrische Motoren, die beispielsweise in Aufzügen, medizinischen Anwendungen (Computertomographen) oder Tiefsee-Unterwasserfahrzeugen für Antrieb sorgen. Das Thema Elektromobilität im Straßenverkehr wurde 2012 bei Ziehl-Abegg Automotive angesiedelt.
Das High-Tech-Unternehmen besticht durch eine hohe Innovationskraft. Ziehl-Abegg beschäftigt 2.200 Mitarbeiter in süddeutschen Produktionswerken. Weltweit arbeiten für das Unternehmen 3.900 Mitarbeiter. Diese verteilen sich global auf 16 Produktionswerke, 28 Gesellschaften und 108 Vertriebsstandorte. Die rund 30.000 Artikel werden in mehr als 100 Ländern verkauft. Der Umsatz lag 2017 bei 540 Mio. Euro. Drei Viertel der Umsätze werden im Export erzielt.
Emil Ziehl hat die Firma 1910 in Berlin als Hersteller von Elektromotoren gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Firmensitz nach Süddeutschland verlegt. Die Ziehl-Abegg SE ist nicht börsennotiert und befindet sich in Familienbesitz.
Weitere Informationen auf www.ziehl-abegg.de.

