Die Jury des Hermes Award hat den neu entwickelten Aufzugsmotor von Ziehl-Abegg in die Auswahl der Nominierten für das Jahr 2026 aufgenommen. Der Preis wird seit 2004 im Rahmen der Hannover Messe vergeben und würdigt herausragende technologische Innovationen mit hohem Nutzen für Industrie, Umwelt und Gesellschaft.
Eine unabhängige Jury aus Expertinnen und Experten aus Politik, Wirtschaft, Forschung und Medien hat unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, aus zahlreichen Einreichungen drei Unternehmen für den Hermes Award nominiert: Festo, Schaeffler und Ziehl-Abegg.
Der Gewinner wird im Rahmen der feierlichen Eröffnung der Hannover Messe am 19. April 2026 bekannt gegeben. Die Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Dorothee Bär, wird den Preis überreichen.
Der Hermes Award zählt zu den weltweit renommiertesten Industriepreisen. Ausgezeichnet werden Produkte und Lösungen mit besonders hohem technologischem Innovationsgrad. Auch Marktreife, Wirtschaftlichkeit sowie der Nutzen für Industrie, Umwelt und Gesellschaft spielen bei der Bewertung eine zentrale Rolle.
Elektrische Aufzugssynchronmaschine ohne Magnete aus Seltenen Erden
Der nominierte Motor von Ziehl-Abegg stellt einen technologischen Durchbruch dar: Das Unternehmen hat weltweit erstmals eine elektrische Aufzugssynchronmaschine entwickelt, die vollständig ohne Magnete aus Seltenen Erden auskommt. Stattdessen kommen Ferritmagnete zum Einsatz – ein Material, das global verfügbar ist und keine geopolitischen Abhängigkeiten mit sich bringt.
Bislang galten Hochleistungsmagnete aus Seltenen Erden wie Neodym oder Dysprosium als unverzichtbar für kompakte Hochleistungsantriebe im Aufzugsbereich. Mit dem neuen Motor gelingt es Ziehl-Abegg jedoch, identische Leistungsdaten bei gleichen Abmessungen zu erreichen. Damit bleibt der Bauraum unverändert – ein entscheidender Vorteil für Aufzugshersteller und Betreiber.
„Mit dieser Entwicklung lösen wir nicht nur eine technische Herausforderung, sondern auch eine strategische“, sagt Vorstandsvorsitzender Joachim Ley. Der Verzicht auf kritische Rohstoffe reduziert die Abhängigkeit von geopolitisch sensiblen Lieferketten und ermöglicht eine dauerhaft stabile Produktion.
Der Juryvorsitzende Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka betont die Bedeutung der nominierten Innovationen: „Die drei Nominierten greifen gesellschaftliche Herausforderungen auf und zeigen konkrete Lösungswege. Die kostengünstige Herstellung von Medizinprodukten, Automatisierung und Robotik sowie der Ersatz kritischer Materialien geben neue Impulse für Wachstum und Beschäftigung und stärken die Sichtbarkeit unseres Landes als Innovationsmotor.“
Neben Ziehl-Abegg wurden auch zwei weitere Unternehmen nominiert. Festo aus Esslingen überzeugte mit hochintegrierten Manifolds – mehrlagige Kunststoff-Verteilerplatten, die Flüssigkeiten steuern, dosieren, mischen und gleichzeitig sensorisch erfassen können. Schaeffler aus Herzogenaurach wurde für eine Plattform hochintegrierter Aktuatoren nominiert, die speziell für die Gelenke humanoider Roboter entwickelt wurde.
Für Ziehl-Abegg bedeutet bereits die Nominierung eine besondere Auszeichnung: Zum ersten Mal in der über 100-jährigen Unternehmensgeschichte zählt eine Innovation des Unternehmens zu den Finalisten dieses international beachteten Industriepreises.
Der nominierte Aufzugsmotor wird auf der Hannover Messe am Stand von Ziehl-Abegg in Halle 13 präsentiert. Die Serienproduktion ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant.
Über Ziehl-Abegg
Ziehl-Abegg (Künzelsau, Baden-Württemberg, Deutschland) gehört zu den international führenden Unternehmen im Bereich der Luft-, Regel- und Antriebstechnik. Beispiele für Einsatzgebiete der Produkte sind Wärme- und Kälteanlagen oder Reinraum- und Agraranlagen. Ein weiterer Bereich sind elektrische Motoren, die beispielsweise in Aufzügen oder medizinischen Anwendungen (Computertomographen) für Antrieb sorgen.
Das High-Tech-Unternehmen besticht durch eine hohe Innovationskraft. Ziehl-Abegg (alle Angaben sind bezogen auf das Jahr 2025) beschäftigt 3.000 Mitarbeiter in süddeutschen Produktionswerken. Weltweit arbeiten für das Unternehmen 5.800 Mitarbeiter. Diese verteilen sich global auf 17 Produktionswerke, 30 Gesellschaften und 114 Vertriebsstandorte. Die rund 30.000 Artikel werden in mehr als 100 Ländern verkauft. Der Umsatz liegt bei gut 1 Milliarde Euro.
Emil Ziehl hat die Firma 1910 in Berlin als Hersteller von Elektromotoren gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Firmensitz nach Süddeutschland verlegt. Die Ziehl-Abegg SE ist nicht börsennotiert und befindet sich in Familienbesitz.
Weitere Informationen auf www.ziehl-abegg.de
