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Was ist ein Rohrventilator?

Ein Rohrventilator (auch Rohreinbauventilator oder Rohrlüfter genannt) ist ein Ventilator, der direkt in eine Rohr- oder Kanalleitung eingebaut wird, um Luft oder andere gasförmige Medien innerhalb dieses Rohrsystems zu befördern. In Anwendungen als Rohrventilator werden Ventilatoren je nach Anwendungssituation in der Regel beidseitig an das Rohrsystem angeflanscht. Dadurch wird der Rohrventilator zum integralen Bestandteil des Strömungskanals und kann je nach Bedarf für Zu- oder Abluft eingesetzt werden.

Der modular aufgebaute Mitteldruck-Axialventilator MAXventowlet mit werksseitig einstellbaren Flügelwinkeln ist für den Einbau in Rohr- und Flanschsysteme ausgelegt und kombiniert hohe Fördervolumenströme mit mittleren Betriebsdrücken und leisem Betrieb

Was bringt ein Rohrventilator?

Ein Rohrventilator bringt gezielte Luftförderung (Volumenstrom) und Druckaufbau innerhalb geschlossener Rohrsysteme. Durch kontrollierte Luftbewegung bewirkt der Rohrventilator somit stabile Strömungsverhältnisse in der jeweiligen Anwendung:

  • Volumenstrom: Der Volumenstrom bezeichnet die Menge des bewegten Fördermediums in einer bestimmten Zeitspanne.
  • Druckerhöhung: Um ein Fördermedium zu bewegen, wird dieses vom Ventilator beschleunigt. Die dadurch entstehende Druckerhöhung muss im System auftretende Druckverluste (z.B. durch Widerstände, Hindernisse, Verzweigungen, etc.) überwinden.
  • Luftqualität und Komfort: Kontinuierlicher Luftaustausch, z.B. in Gebäuden, Industriehallen oder Prozessen mit Abluftanforderungen.
  • Kompakte Integration: Durch den direkten Einbau in Rundrohre oder Flanschsysteme sind Rohrlüfter iedal bei begrenztem Bauraum.

Bauarten von Rohrventilatoren

Die Kombination aus den Anforderungen der Anwendung (z.B. erforderlicher Druck, Volumenstrom, etc.) und der Einbausituation führt dazu, dass ein Rohrventilator bestimmte Eigenschaften haben muss, um seinen Zweck zuverlässig und dabei möglichst effizient zu erfüllen. Aus diesem Grund können grundsätzlich verschiedene Bauarten von Ventilatoren als Rohrventilator eingesetzt werden:

Axialventilatoren

Axialventilatoren bewegen die Luft parallel zur Antriebsachse. Sie werden in der Regel dann eingesetzt, wenn große Luftmengen (Volumenströme) bei geringen bis mittleren Druckwiderständen befördert werden müssen. Beispiel: kurze Rohrleitungen oder Einbausituationen mit geringem Druckverlust.

Radialventilatoren

Radialventilatoren saugen die Luft in axialer Richtung parallel zur Antriebsachse ein, lenken diese um und strömen sie in radialer Richtung, rechtwinklig zur Drehachse, wieder ab. Anschließend wird die Luft wieder gesammelt und ausgerichtet. Typischerweise werden Radialventilatoren dann als Rohrventilatoren eingesetzt, wenn hohe Widerstände überwunden werden. Beispiel: Lange, verzweigte Rohrleitungen mit eingebauten Filtern.

Diagonalventilatoren

Diagonalventilatoren bilden mit konisch geformten Schaufeln im Laufrad eine Mischform zwischen Axial- und Radialventilatoren. Sie werden in der Regel in Anwendungen mit beengten Einbauverhältnissen eingesetzt, wenn Axialventilatoren für den Zweck der Anwendung zu wenig Druck und Radialventilatoren zu wenig Volumenstrom erzeugen.

Axialventilatoren: Vorteilhaftes Verhältnis von Volumenstrom zu Baugröße
Anwendungen (Beispiele): Parkgaragen, Rauchabzug, etc.

Radialventilatoren: Unempfindlich gegenüber Systemwiderständen
Anwendungen (Beispiele): Filteranlagen, Zuluft in Laboren, etc.

Diagonalventilatoren: Oft optimaler Kompromiss zwischen Baugröße, Volumenstrom und Druckanforderungen
Anwendungen (Beispiele): Mischanwendungen, RLT-Anlagen, etc.

Wie wähle ich die passende Bauart aus?

Um einen möglichst effektiven und effizienten Betrieb der Anlage zu gewährleisten, sollten die genauen Anforderungen der Anwendung ermittelt werden:

  • Erforderliche Druckerhöhung
  • Erforderlicher Volumenstrom
  • Platzverhältnisse, bzw. Einbauraum, Flanschgröße
  • Geräuschentwicklung
  • Energieverbrauch, bzw. Effizienz am gewünschten Betriebspunkt
  • Material- und Umgebungsbedingungen
  • Umgebungstemperatur und zu förderndes Medium (besonders relevant z.B. in explosionsgefährdeten Atmosphären mit leichtentzündlichen Gasen oder Stäuben)

Intelligente Auslegungssoftware kann bei der Auswahl der richtigen Komponenten sowie beim Vergleich deren technischer und wirtschaftlicher Eigenschaften unterstützen.

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Wie funktioniert ein Rohrventilator?

Im Grundaufbau besteht der Rohrlüfter, wie alle Ventilatoren, aus einem Laufrad und einem Elektromotor, der es antreibt. Der Elektromotor wandelt elektrische Energie um in kinetische Energie (Bewegungsenergie) und versetzt das Laufrad in eine Drehbewegung. Das rotierende Laufrad beschleunigt die Luft, bzw. das Gas und erzeugt so eine Druckerhöhung und einen Volumenstrom. Diese Druckerhöhung befördert die Luft oder das Gas durch das angeschlossene Rohrsystem.

Die Einbauart von Rohrventilatoren ist als integraler Besandteil eines strömungsführenden Systems in der Regel rohrleitungsgeführt ansaugend und rohrleitungsgeführt abblasend.

Einbauempfehlungen

Wichtig: Für möglichst optimale Effizienz und Akustik eines Rohrventilators sollte die An- und Abströmung möglichst linear und gleichmäßig sein. Dabei werden Mindestabstände zu Wänden, Krümmern oder anderen Hindernissen innerhalb des Rohrsystems empfohlen. Am Beispiel eines Axial-Rohrventilators entspricht der empfohlene Abstand dem 2,5-fachen Durchmesser (Ø) des Laufrades.
 

Ebenso sollten bei der Auslegung der gesamten Anlage und der Dimensionierung von Motor und Aerodynamik (Laufrad) sich verändernde Rohrdurchmesser (sofern vorhanden) berücksichtigt werden. Gemäß der Kontinuitätsgleichung besteht im unverzweigten System ein direkter Zusammenhang zwischen dem Querschnitt des Luftkanals und der Strömungsgeschwindigkeit. Die dabei entstehenden Auswirkungen auf Effizienz und Akustik sollten den spezifischen Anforderungen der jeweiligen Anwendung entsprechen.

Anwendungsbereiche von Rohrventilatoren

Allgemein werden Rohrventilatoren überall dort eingesetzt, wo Luft oder andere gasförmige Medien durch ein Rohrsystem geleitet, abgesaugt oder zugeführt werden müssen. Einige Beispiele für Anwendungsbereiche, in denen Ventilatoren direkt in ein Rohrsystem integriert werden können, sind:

Welche technischen Kennzahlen sind relevant?

Grundsätzlich sind technische Kennzahlen, wie Volumenstrom, Druckerhöhung, Wirkungsgrad, Leistungsaufnahme, Drehzahl und Geräuschentwicklung die Grundlage für die Planung und Auslegung aller Ventilatortypen. Speziell bei Anwendungen als Rohrventilator als integraler Bestandteil eines geschlossenen Systems liegt der Fokus auf Größen, die von den entsprechenden Systemeinflüssen der Anwendung betroffen sind:

  • Druckerhöhung: Druckverluste im System (z.B. durch lange/verzweigte Rohrleitungen, Filter, Reibungswiderstände, etc.) müssen überwunden werden.
  • Systemwirkungsgrad: Um die Effizienz, bzw. die Wirtschaftlichkeit einer Anlage zu bewerten, ist deren Gesamtbetrachtung wichtig, z.B. durch Übergangsverluste am Ein- und Auslass.
  • Kennlinienverhalten im Teillastbereich: Die Kennlinie sollte stabil und regelbar sein, ohne Strömungsabriss oder Überströmen.
  • Schalldruck- und Schallleistungspegel: Im Rohr, in dem der Ventilator direkt integriert ist, können Reflexionen und Resonanzen die entstehenden Geräusche verstärken und weit durch das gesamte System leiten. In geräusch-sensiblen Anwendungen, wie z.B. Reinraumarbeitsplätzen, ist ein möglichst leiser Betrieb besonders wichtig.
  • Druckverlustkoeffizient: Eventuell auftretende Verluste durch die Ein- und Auslassgeometrie (z.B. enge Rohrbögen) müssen bei der Auslegung der Anlage miteinbezogen werden.
  • Temperaturklasse und explosionsgefährdete Zonen: Speziell bei Anwendungen in explosionsgefährdeten Atmosphären müssen zusätzlich zu den “klassischen” Kennzahlen auch weitere Faktoren berücksichtigt werden, wie z.B. die Reaktionsträgheit des Ventilator-Materials mit den zu fördernden Gasen.
  • Drehzahlregelung: Für einen bedarfsgerechten Betrieb der Anlage kann die Drehzahlregelung direkt am Ventilatorantrieb (EC-Technologie) erfolgen oder durch Zuschaltung eines Frequenzumrichters (AC-Technologie, Normmotoren).

Wie lange hält ein Rohrlüfter?

Die Lebendauer von Rohrventilatoren steht grundsätzlich in direktem Zusammenhang mit der Art der Anwendung und dem betriebenen Pflegeaufwand.

Je nach Anwendung können sich in den Rohrleitungen Stäube, Feuchtigkeit, Fette oder andere Substanzen ansammeln. Auch die Medienverträglichkeit der verwendeten Materialien (z.B. Temperaturbeständigkeit, Korrosionsschutz, chemische Belastbarkeit, etc.) haben direkte Auswirkungen auf die Lebensdauer und Performancewerte des gesamten Systems.

Für eine optimale Lebensdauer der Anlage wird empfohlen:

  • Genaue Anforderungen der Anwendung bei der Planung und Auslegung der Anlage berücksichtigen (z.B. Materialbeständigkeit prüfen)
  • Auswahl von geeigneten Komponenten (z.B. Axial- oder Radialventilatoren, EC-Motoren mit Drehzahlregelung, Kommunikationsmodule, etc.)
  • Zugänge für Wartung und Reinigung berücksichtigen
  • Wartungs- und Reinigungsintervalle einhalten
  • Einbauhinweise des Herstellers beachten
  • Sicherheitsanforderungen und geltende Normen (z.B. DIN, ISO, VDI, etc.) einhalten
  • Kontinuierliches Anlagenmonitoring während der Betriebsdauer

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